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Nach eingehender Untersuchung beschreibt Gudrun Kern-Beckmann (1998) die Rinderhaltung im ecuatorianischen Amazonastiefland:Rinderhaltung im ecuatorianischen AmazonastieflandIm gesamten Tieflandgebiet der ecuatorianischen Amazonasregion sind auf 60% aller landwirtschaftlichen Betriebe Weidewirtschaft und Rinderhaltung anzutreffen. 82% der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in diesem Gebiet wird für Weidewirtschaft genutzt (INIAP, 1997). Seit den 80er Jahren nahm die Bedeutung der Rinderhaltung stetig zu, da dank der damals hohen Kaffeepreise die Bauern trotz der hohen Anfangsinvestitionen Weideflächen und Rinderherden vergrößern konnten. . Die Ausdehnung der Rinderhaltung wurde von verschiedenen Faktoren gefördert. Das konstante Klima mit hohen Temperaturen und Niederschlägen begünstigt eingeführte Weidegräser mit hoher Produktivität. Auf armen Böden und hügeligen Flächen stellt Weidewirtschaft die einzige ökonomisch rentable Nutzungsmöglichkeit dar. Außerdem braucht die Umwandlung von Primär- oder Sekundärwald zu Weiden weniger Arbeitskräfte als die Umwandlung in Kaffee- oder Kakaopflanzungen, und die Weidenutzung verhindert die schnelle Regeneration der abgeholzten Fläche durch Sekundärwald. Die Nutzung einer Fläche als Weide reichte und reicht zudem als Nachweis der produktiven Landnutzung, um einen Landbesitztitel zu beantragen. Ein anderer Aspekt ist die Landspekulation, die die Umwandlung in Weide attraktiv macht, um sie später weiterzuverkaufen. . Die Fleischpreise bleiben relativ stabil oder steigen, was einen großen Vorteil gegenüber Kulturen wie Kaffee ausmacht. Darüber hinaus ist für die Zukunft durch die zunehmende Urbanisierung eine steigende Fleischnachfrage zu erwarten. Im Gegensatz zu Kaffee und Kakao kann Fleisch in Form der lebendigen Rinder transportiert werden und muß nicht gelagert werden. Auch die Vorzugskredite, die die BNF an manche Rinderhalter vergab, machten diesen Betriebszweig attraktiv. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der soziale Statusgewinn, den die Rinderhaltung vermittelt. Auf der anderen Seite verursacht die Rinderhaltung schwerwiegende Probleme, vor allem ökologischer Natur. Der amazonische Regenwald bringt fast die Hälfte des Niederschlags der Region selbst hervor, indem Regen- und Bodenwasser evapotranspiriert wird. Böden unter Weiden nehmen aber nur ein Zehntel des Regenwassers auf, so daß die evapotranspirierte Wassermenge, und damit auch die Niederschläge geringer sind. Es fließt beträchtlich mehr Oberflächenwasser ab und der Bodenerosion wird Vorschub geleistet (Lovejoy, 1985). Dies geschieht auch durch die Verdichtung der Böden durch Viehtritt (INIAP, 1992). Langfristig sind Weiden nicht nachhaltig. Nur 80% des von den Rindern aufgenommenen Stickstoff, Phosphor und Kalium wird wieder ausgeschieden, jedoch ungleichmäßig verteilt. Davon gehen ca. 50% durch Verflüchtigung und Auswaschung verloren, so daß am Ende nur noch 40% der Bodennährstoffe vor Weidenutzung übrig bleiben (Fearnside, 1990). Da Weiden oft auf nährstoffarmen Böden angelegt werden, deren limitierende Faktoren Stickstoff und Phosphor sind, nimmt die Weideproduktion im Laufe der Zeit ständig ab und die Rinder leiden an Mangelernährung. Die eingeführten Weidegräser werden leichter von Krankheiten und Schädlingen befallen und der Konkurrenzdruck durch einheimische Gräser und Kräuter, die nicht von den Rindern gefressen werden, ist groß. Die durch Klima und Futter bestimmte Situation stellt große Hindernisse für die Anpassung der Rinder an ihre Weidestandorte dar. Zum einen herrscht ein starker Krankheits- und Parasitenbefallsdruck, zum anderen können unter diesen Bedingungen kaum Kreuzungen mit potentiell produktiveren Rinderrassen durchgeführt werden. Der Vorteil der stabilen Fleischpreise wird relativiert durch fehlende Infrastruktur, z.B. Transportwege, Kredite, Beratung. Darüber hinaus verringert sich durch die Weidenutzung konstant die Fläche, die für Subsistenz- und Marktkulturen genutzt werden kann (INEFAN-GTZ, 1992; Lovejoy, 1985). Standorte - Weidepflanzen - Weidetiere - Systeme - Homepage - E-Mail Weitere Informationen zur Landwirtschaft: http://www.agrar.de |
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