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Weideland am Mittelmeer

Weidenutzung besitzt im Mittelmeerraum nach flächenmäßigen Gesichtspunkten immer noch eine große Bedeutung. Die bereits seit vielen Jahrhunderten weidewirtschaftlich genutzten Naturweiden - sie sind dem englischen `rangelandī gleichzusetzen - bestechen durch ihre genetische Vielfalt und bilden eine bedeutende genetische Ressource.

Spaniens Weidegebiete

Der Beginn der Beweidung von Naturweiden durch Schafe und Ziegen geht in Spanien auf die Bronzezeit zurück. Damals begann eine Wirtschaftsform, die im 15. und 16. Jahrhundert ihren Höhepunkt fanden. Die Schafhaltung wurde durch die Könige protegiert, und die Weideflächen bedeckten den Großteil der iberischen Halbinsel (Klein, 1981).

Die überwiegend aus Naturweiden bestehenden, viehwirtschaftlich genutzten Flächen in Spanien betragen 67000 kmē, also 13,3% der Landesfläche (Nohlen und Hildebrand, 1992). Topographisch wird das Land durch große Höhenunterschiede geprägt. Etwa 20% der Landesfläche liegen oberhalb von 1000 m ü.NN, 40% zwischen 500 und 1000 m ü.NN und 40% unter 500 m ü.NN (Nohlen und Hildebrand 1992). Diese Struktur hat eine klimatische Vielfalt zur Folge, die die Transhumanz als Form der Tierhaltung sehr begünstigt. In der Transhumanz wechseln Viehherden auf der Suche nach Weidefutter im jahreszeitlichen Rhythmus ihre Weidegründe. In Zeiten eines zu geringen Futterangebotes ziehen sie von den Weiden in der Nähe einer Dauersiedlung in entfernt gelegenere Weidegründe. Transhumanz dominierte über lange Zeit die Tierhaltung in Spanien. Für die mediterranen Gebirgszüge Spaniens bildet die transhumante Sommerweide eine Nutzungsform mit langer Tradition, durch die sich Ökosysteme mit botanisch sehr wertvollen Naturweiden entwickelten.


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