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Zur traditionellen transhumante Nutzung von mediterranen Bergweiden

Essay zur Weidenutzung des Biosphärenreservat Sierra Nevada

Die durch die Dauer der sommerlichen Aridität bedingten vegetativen Wachstumspausen (Gonzáles Rebollar & Bellver) waren in Spanien wichtigste Ursache des traditionellen transhumanten Wechsels zwischen zwei Weidestandorten, die sich so zu einem Weide-Ökosystem vereinten. Sommerweiden liegen in der Regel in den kühleren Gebieten der Iberischen Halbinsel oder in den Hochlagen mediterraner Gebirge. Dies bildete für die Sierra Nevada die vorrangige Nutzung seit weit mehr als einem Jahrtausend. Eine Co-Evolution mit dem Weidetier formte eine Weidevegetation, die heute insbesondere in den Hochlagen oberhalb von 2500 m ü.NN als bedeutsame genetische Ressource und als Biosphärenreservat internationale Beachtung erlangt hat. Eine angepaßte weidewirtschaftliche Nutzung ist zum Erhalt dieses Biosphärenreservates unumgänglich.

Traditionellerweise erfüllen die transhumanten Schafen mit der Sommerbeweidung diese Aufgabe. Gerade Schafe, die bedingt durch eine jahrhundertelange Auslese im Sommer einen sehr niedrigen energetischem Erhaltungsbedarfs besitzen (Guada), eignen sich als Weidetier für die angepaßte Nutzung dieser Naturweideregionen mit einem energetisch niederwertigen im Fall der Nordlagen der Sierra Nevada von Festuca ingigesta dominierten Futteraufwuchs. Diese Form der Nutzung ist abhängig vom Beruf des transhumanten Hirten. Carrascosa Salas verdeutlichte jedoch, welch geringen sozialen Status dieser Beruf in der Provinz Granada heutzutage besitzt. Es findet sich kaum noch beruflicher Nachwuchs. Die Transhumanz in der Sierra Nevada verschiebt sich mehr und mehr in Richtung der arbeitsextensiv zu haltenden Rinder (Rubio de Lucas et al.).

Die Frage die sich aufgrund dieser Entwicklung stellt lautet:
Ist dies eine angepaßte Alternative zur bisherigen transhumanten Nutzung durch die Schafe?

Eine Studie auf der 2100 ha großen Dehesa de la Hoya des Eigentümers Don Vicente Miralles Rodriguez, in Güejar Sierra, Provinz Granada kam zu dem Ergebnis, daß das Schaf, als traditonelles transhumantes Weidetier Spaniens an das Futterangebot der Weidevegetation in der hohen Sierra Nevada sehr gut angepasst ist. Als solches trägt es ganz entscheidend bei zum Erhalt der Artenvielfalt in einem Weideregion, das über die höchste Artendichte innerhalb des europäischen Kontinents verfügt (Beckmann 1999).


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